RTL-Kritik live bei RTL

Als am Donnerstagabend RTL live das Spiel Kamerun gegen die Niederlande zeigte und dazu aus Aachen das Rahmenprogramm mit Günther Jauch, Jürgen Klopp und viel Live-Publikum übertrug, war das für die Studenten Oliver und Sebastian die ideale Gelegenheit, mal kräftig Kritik zu üben – und zwar an RTL in RTL! Beide hielten in der Menschenmenge ein riesiges Plakat hoch, auf dem deutlich zu lesen stand: “HaRT(L)z IV TV – Gegen Niveaulosigkeit im Nachmittags-TV”. Und siehe da, RTL zeigte das Plakat tatsächlich gut leserlich während seiner Live-Übertragung:

Um überhaupt soweit zu kommen, hatten sich die Demonstranten vorher sehr genau überlegt, wie sie vorgehen. Sie bedruckten die Rückseite des Plakats mit der unverdächtigen Flagge Kameruns und schminkten sich selbst schwarz – was auch funktionierte: Die RTL-Security ließ sie aufs Gelände. Die Aufnahmeleitung des Senders sprach die vermeintlichen Kamerun-Fans sogar noch an und bat sie, ein kurzes Statement in der TV-Box abzugeben. Kein Wunder: Anhänger Kameruns waren hier natürlich deutlich weniger zu finden als Fans der Niederlande. Schließlich platzierten die Jungs sich unmittelbar vor der Bühne – und waren mit ihrer Medienkritik live bei RTL. Ist das nicht herrlich?

RTL bemerkte schließlich die Aktion und ließ gleich fünf Security-Kraftpakete ausrücken, um die Störer zu entfernen. Die Studenten wurden wie Schwerverbrecher aus der Menge gezogen. Köstlich ist dann noch folgende Anekdote, die Oliver zu erzählen hat: “Ein Security fragte einen Kollegen: ‘Ey Alter, was haben die überhaupt gemacht?’. Meine Antwort zu ihm: ‘Ja, ist nur weil wir schwarz sind.’ Er zu seinem Kollegen: ‘Ey krass, stimmt das echt?’ – den Assi-Akzent musst du dir dazu denken. Konnte mir das Lachen einfach nicht verkneifen an der Stelle… Zum Gröhlen! Selbst unser Fanbox-Interviewer war schockiert und wusste nicht, was los ist.” Das Plakat wurde konfisziert, die Störer des Platzes verweisen – mit dem Hinweis seitens des Veranstalters, dass man hier nicht weiter erwünscht sei und den Platz nicht mehr betreten dürfe. Davon ließen sich die beiden übrigens nicht abschrecken: Sie liefen schnell nach Hause, zogen sich um, schminkten sich ab – und wurden dann, freundlich begrüßt von RTL und unerkannt, wieder auf die Veranstaltung gelassen.

Eine mutige und wunderbare Aktion – vielen Dank dafür!