Scheiß RTL, armes RTL

Nachdem RTL nun wie von der Tarantel gebissen atemlos versucht, den “Scheiß RTL”-Clip von YouTube zu verbannen (vielen Dank an alle, die ihn immer wieder hochgeladen haben und damit zum Teil die Sperrung ihres Accounts riskierten – Respekt!), wird nun auch der erste Versuch unternommen, mich am weiteren Verkauf der T-Shirts zu hindern. Gestern erreichte mich vorab per E-Mail ein dreiseitiges Schreiben, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Abgesehen davon, dass es durchaus Urteile gibt (sogar vom BGH), wonach die Verwendung eines Original-Logos gestattet ist (vor allem dann, wenn es eine satirische Verballhornung ist, die eine “antithematische Behandlung” beinhaltet, also eindeutig eine Kritik am entsprechenden Unternehmen aufzeigt), finde ich so manche Sätze in diesem Schreiben doch bemerkenswert. Zum Beispiel von mir zu verlangen, ich solle Auskunft geben über Herkunft, Hersteller, Vertriebsweg der Ware und die Menge der hergestellten und ausgelieferten Shirts – liebes RTL, ich werde sicher keine Geschäftsinterna der Alsterfilm GmbH ausplaudern, erst recht nicht Euch gegenüber. Übertroffen wird das nur noch von der Forderung, ich solle Materialien und Geräte, mit denen diese Shirts hergestellt wurden, “vernichten”. Liebes RTL, gilt das dann auch für meinen Computer, auf dem die Grundidee entstand?

Der Knaller ist dann schließlich der letzte Absatz, wonach mir untersagt wird, das Schreiben oder auch nur Teile daraus zu veröffentlichen. Liebes RTL, ich habe keinen Eurer Knebelverträge unterschrieben. Euer herrliches Schreiben hat einen so hohen Recherchewert, dass ich es selbstverständlich veröffentliche. Vermutlich stellt sich der Sender das so vor: Wir setzen den Kreymeier so unter Druck, wie wir es mit den Protagonisten unserer unterirdischen Dokusoaps machen – und zwar so, dass es die Öffentlichkeit nicht mitbekommt.

Tja, da bin ich leider die falsche Adresse – und deswegen werden wir zeitnah auch noch Aufkleber, Tassen und Mauspads im Shop anbieten.